JAZZPODIUM CD Rezension „Kaleidoscope Freedom“

JAZZ PODIUM 9/14

For Free Hands

Kaleidoscope Freedom LAIKA 3510305.2

“ … Andreas Brunn ist ein engagierter Gitarrist und Komponist, ein aktiver Brückenbauer und Versöhner und besonders dem Osten zugetan, nota­bene Bulgarien. Kein Wunder also, dass FOR FREE HANDS eine entsprechend kaleidoskopbuntes Ensemble ist, mit Brunn als einzigem Deutschen, dem Griechen Dimitres Christides (drums, perc) und den zwei Bulgaren Georg Donchev (bass), und Vladimir Karparov, (sopran & tenorsax) ein Weltbürger-Vierer mit feinen zeitge­schichtlichen Sensoren.

2014, ein Vier­teljahrhundert nach dem Mauerfall, propagiert die Musik die schönsten Früchte der Brunn / Karparovschen Duo CD „East Side Story“ von 2010: die Vielfarbigkeit, wie es sie nur in Freiheit gibt. Sowas umzusetzen, ist nicht einfach.

„Perpetuum five“ kommt als elektrifizierter Postbop, griffiger, eckiger, kantiger, böser, wütender, jazziger. Da sind Karparov und Brunn besonders lebendig und markant. Und da sind der unbequeme „Magic Friday“ oder der Titelsong, in dem Karparovs Nei­gung zu gelegentlichem Lyrismus und Brunns gelegentliche “Schluss-mit-lustig­ Ausbrüche” für just das Kontrastpro­gramm sorgen, das Spannung erzeugt.

Oder man nehme die „East Side Gallery Story‘ eigentlich die Story eines Quar­tetts, das sich prima in der Welt zurecht­finden könnte, stattdessen aber die Lasten (zeit)historischer Aufarbeitung und Verantwortung klaglos zu Musik macht, die unbequem sein muss. Und genau dann ist sie am besten. Und auf dem Kontrabass spielt Georg Donchev noch genau den herbsüßen Mix aus grenzenlosem Jubel und alldem, was unterm Jubel noch so alles lauert. …“

Alexander Schmitz

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