Rezensionen

Jazzpodium-Head-2

Lausitzer Rundschau, 07.12.2016

“ … Dass sich Okzident und Orient auf Augenhöhe begegnen können und zumindest musikalisch etwas zu sagen haben, bewies das deutsch-bulgarisch-griechische Ensemble For Free Hands im Spiel mit Floros Floridis (Sax, Klarinette) und Alaa Zouiten (Oud).
Im ersten Set stellten das Ensemble Kompositionen von Bandleader Andreas Brunn vor, die auf dem Album „Kaleidoscope Freedom“ erschienen sind. Brunn hat ein Faible für ungeradzahlige Metren und Polyrhythmen, die in der traditionellen bulgarischen Musik zu finden sind. So ist „Magic Friday“ im 13/16-Takt geschrieben. Ob das der Zuhörer bemerkt? „Ich hoffe nicht, es soll ja nicht kompliziert klingen“, sagt der Komponist.
Im zweiten Set kam es zu einer intensiven Begegnung mit der Musik von Floros Floridis und Alaa Zouiten. Kennen gelernt haben sich die Musiker von For Free Hands und Alaa Zouiten bei Auftritten in Marokko. Die Deutsche Gesellschaft unterstützt die Konzerttournee „Begegnungen zwischen Orient und Okzident“. …“ L. Hoberg

 

Jazzpodium CD Rezension, 2014 :

„… Andreas Brunn ist ein engagierter Gitarrist und Komponist, ein aktiver Brückenbauer und Versöhner und besonders dem Osten zugetan, notabene Bulgarien. … „Perpetuum five“ kommt als elektrifizierter Postbop, griffiger, eckiger, kantiger, böser, wütender, jazziger. Da sind Karparov und Brunn besonders lebendig und markant.
Und da ist der unbequeme „Magic Friday“ oder man nehme „East Side Gallery Story“ als die Story eines Quartetts, das sich prima in der Welt zurechtfinden könnte, stattdessen aber die Lasten (zeit)historischer Aufarbeitung und Verantwortung klaglos zu Musik macht, die unbequem sein muss. Und genau dann ist sie am besten. Und auf dem Kontrabass spielt Georg Donchev noch genau den herbsüßen Mix aus grenzenlosem Jubel und alldem, was unterm Jubel noch so alles lauert. …“ Alexander Schmitz

JAZZ thing 2014 / Ausgabe 106 :

„ … Wer zählen kann, ist eindeutig im Vorteil, und Bruchrechnen schadet auch nicht. 5/8, 7/8 & 13/16 das rhythmische Gewebe, das das multikulturelle Berliner Vorzeigequartett For Free Hands auf seiner neuen CD „Kaleidoscope Freedom“ knüpft, und es strotzt nur so von überraschenden Wendungen und Drehungen, von Fallstricken und kniffligen Zahlenklippen.
Da spielen biografische Verweise ebenso eine zentrale Rolle wie die Offenheit für die vielen Facetten des Anderen, auf das sie in der einstigen Mauerstadt stoßen. Aber Biografie und Identität sind nicht alles, entscheidend ist vielmehr die selbstverständliche Sicherheit, mit der das Quartett die verschiedenen Facetten des elektrifizierten Jazz ansteuert und mit Energie auflädt – und auch entscheidend ist die überbordende Spielfreude. …“ Stephan Hentz.

Gaildorfer Rundschau 2014 :

„… Spezialisiert auf höllische Rhythmen – Überschwänglich, überbordend und mitreißend – so präsentierte sich das Quartett „For free Hands“. Die Kompositionen aus ihrem neuem Studioalbum „Kaleidoscope Freedom“ überraschten das Publikum. Die polymetrischen Konzepte erzeugten eine ungewöhnliche Spannung in der Musik. Wenn bei „Magic Friday“ sich dann noch Gitarren- und Saxophonkadenzen über einem 13/16 Takt mischten, waren die Musiker in ihrem Element. Das Publikum war von „For free Hands“ einfach baff. …“

Westfälische Zeitung 2013:

„… Das Ensemble FOR FREE HANDS um den bekannten Saitenvirtuosen und Komponisten Andreas Brunn bot dem begeisterten Publikum mit seiner energiegeladenen Spielweise ein bestes Beispiel zeitgenössischen Jazz. In einem wahren „Kaleidoscope Freedom“ zeigte das Quartett seine Sichtweise der Welt, erschienen klangmalerisch Bilder von betörender Schönheit. ….”

Braunschweiger Zeitung 2012:

„… Ist FOR FREE HANDS ein programmatischer Name? Etwa uneingeschränkte Freiheit des musikalischen Ausdrucks? Nun, die Musik bringt es an den Tag. Zum Beispiel „Perpetuum 5“. Langsamer Beginn, zunehmendes Tempo. Sehr schnelle Akkordwechsel, auf jeden Vierteltakt, wenn nicht gar auf die Achtel. Andreas Brunn´s Gitarren-Solo: In bester John Scofield Manier werden flüssige Melodieläufe und rasante Akkordwechsel verschmolzen. ….“

Modernícolas, Malaga 2011:

FOR FREE HANDS @ MALAGA JAZZFESTIVAL: „… ein Neuer Weg zum Verstehen des Jazz… Synergy ist das Wort, um dieses Berliner Quartett zu definieren. For Free Hand stehen für zeitgenössischen Jazz. Dissonante Klänge entwickelten sich zu schönen Melodien, welche über einem variantenreichen Rhythmusteppich schweben. Dieses eindrucksvolle Quartett schlug mit seiner Musik, welche verschiedenste Kulturen vereinigte, alle Anwesenden in ihren Bann. ….“

Rheinpresse 2010:

„… For Free Hands“ vereinen zupackende, reibungsvolle Improvisation mit Folklore, bedienen sich bei Rock, Pop und Klassik und saugen hungrig Honig aus der Avantgarde. Bei aller Besinnung auf ihre traditionellen Wurzeln schauen die Musiker weit nach vorn. Vier Musiker aus drei Nationen, die sich auf der Bühne als gleichberechtigt agierende Spieler alle Freiheit der Welt nehmen, mit ihren Instrumenten das zu tun, was möglich ist. Vier ruhelose Grenzgänger! …“

Kieler Nachrichten 2009:

“Die fantastischen Vier im Balkanrausch” … Der Ausnahmesaxofonist Karparov versteht es auf einzigartige Weise, die traditionelle, zuweilen orientalisch anmutende Spielweise seiner Heimat mit innovativer Jazztechnik zu verknüpfen. Bandleader Andreas Brunn ruft immer wieder Erinnerungen an John McLaughlin wach. Sein Spiel und sein Kompositionstalent sind hintergründig und von intelligentem Witz; eine Jazzfuge wie „Wizards‘ Cube“ schreibt sich schließlich nicht von selbst. …“